Die drei „Realitäts-Sorten“ VR / AR / MR: Sauber getrennt und verständlich erklärt!
Auf den Punkt gebracht:

- VR: Realität wird ersetzt
- AR: Realität wird ergänzt
- MR: Realität wird verstanden und integriert
VR – Virtual Reality
Was du siehst
In Virtual Reality befindest du dich in einer vollständig künstlichen, digitalen Umgebung.
Alles, was deine Augen erreicht, wird vom Headset gerendert. Die echte Welt existiert für dich nicht mehr.
Was mit der realen Umgebung passiert
- Sie ist komplett ausgeblendet
- Wände, Möbel, Menschen um dich herum: weg
- Das Headset nutzt sie höchstens noch indirekt fürs Tracking
Technische Merkmale
- Displays zeigen ausschließlich computergenerierte Inhalte
- Tracking (Kopf, Controller, Hände) dient nur dazu, dich innerhalb der virtuellen Welt korrekt zu bewegen
- Keine oder nur minimale Nutzung von Kamerabildern der realen Umgebung
Typische Einsatzszenarien
- Spiele und Simulationen
- Trainings in vollständig kontrollierten Umgebungen
- Flugsimulatoren, Fahrsimulatoren, VR-Erlebnisse
Mentaler Effekt
Du bist „woanders“. Dein Gehirn akzeptiert eine neue Realität und blendet die echte aus.
AR – Augmented Reality
Was du siehst
Bei Augmented Reality bleibt die echte Welt sichtbar, entweder:
- direkt durch deine Augen (Smartphone, transparente Brille)
- oder über ein Live-Kamerabild
Darüber werden digitale Inhalte gelegt, wie Schilder, Marker oder einfache 3D-Objekte.
Was mit der realen Umgebung passiert
- Sie wird nicht ersetzt
- Sie dient als Hintergrund
- Die digitalen Inhalte wissen oft nur grob, wo sie sind
Technische Merkmale
- Kamera oder transparente Displays
- Meist einfache Positionsbestimmung
- Kaum oder keine echte Tiefen- und Raumlogik
Ein AR-Pfeil:
- zeigt nach links
- schwebt aber einfach im Bild
- „weiß“ nicht wirklich, wo Wände oder Möbel sind
Typische Einsatzszenarien
- Smartphone-Apps (z. B. Spiele, Navigation)
- Head-up-Displays im Auto
- Einblendungen von Informationen in die reale Umgebung
Mentaler Effekt
Du bleibst klar in der echten Welt. Die digitalen Inhalte sind sichtbar, aber offensichtlich „aufgesetzt“.
MR – Mixed Reality
Was du siehst
Mixed Reality kombiniert echte Umgebung und virtuelle Inhalte auf räumlich korrekte Weise.
Die reale Welt wird:
- per Kameras und Sensoren erfasst
- in 3D verstanden
- als Grundlage für virtuelle Objekte genutzt
Was mit der realen Umgebung passiert
- Sie bleibt sichtbar (meist über hochauflösendes Passthrough)
- Sie wird geometrisch analysiert: Boden, Wände, Möbel, Entfernungen
- Virtuelle Objekte interagieren glaubwürdig mit ihr
Technische Merkmale
- Mehrere Kameras + Tiefensensoren
- Raum-Scanning und Mapping (SLAM)
- Persistente Raumkoordinaten
Virtuelle Objekte:
- stehen stabil auf echten Tischen
- verschwinden hinter realen Möbeln
- kollidieren mit Wänden
- bleiben an exakt derselben Stelle, auch wenn du den Raum verlässt und zurückkommst
Typische Einsatzszenarien
- Produktivität und virtuelle Arbeitsflächen
- Design, Architektur, Industrieplanung
- Training mit realem Kontext
- MR-Games, die den Raum aktiv einbeziehen
Mentaler Effekt
Dein Gehirn akzeptiert die Mischung, weil:
- Perspektive stimmt
- Tiefeninformation stimmt
- Objekte sich „richtig“ verhalten
Du weißt rational, dass es virtuell ist. Dein Wahrnehmungssystem widerspricht dir aber.
Zu guter letzt gibt es noch „XR“, welches aber keinen eigenen Modus darstellt wie VR, AR und MR:
XR – Extended Reality
XR ist kein eigener Modus.
XR ist der Oberbegriff für alle Technologien, die Realität in irgendeiner Form erweitern, ersetzen oder vermischen.
XR umfasst:
- VR – Virtual Reality
- AR – Augmented Reality
- MR – Mixed Reality
Man kann es sich wie einen Regenschirm vorstellen, unter dem alle diese Konzepte stehen.


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